Vielfalt und Charakter

Vielfalt und Facettenreichtum bilden den besonderen Charakter von Fürth. Unterschiedlichste Siedlungs- und Bauperioden stehen einander gegenüber. Die Stadterweiterungswellen in südlicher Richtung sind deutlich erkennbar. So gerät man auf kurzem Weg vom Mittelalter ins 21. Jahrhundert, vom Bürstenhersteller zum U-Bahnhof. Geht man ein paar Schritte weiter, kommt man dabei an schlicht bis eklektizistisch gestalteteten Sandsteinfassaden der Gründerzeit vorbei, streift mächtige Jugendstil-Stadthäuser und gelangt vom ländlich-fränkischen Dorfplatz zur "Fürther Freiheit", einem Platz von großstädtischem Format und Volumen.

Man kennt sich: Im Quartier ist von der Anonymität einer Großstadt nichts zu bemerken. Nur der Neuling verspürt die Blicke, die man einem Unbekannten schenkt. Schnell findet er aber Zugang zu "seiner" Szene und ist erstaunt von deren Lebendigkeit und familiären Stimmung. Es werden noch Gespräche über die Straße geführt. Der öffentliche Raum beginnt beim Öffnen des Fensters. Diese Atmosphäre des "Sich-Kennens" trägt mit dazu bei, dass sich Fürth die sicherste Großstadt Deutschlands nennen darf.

Von der Einstellung, dem Neuen gegenüber offen zu sein, aber dem Alten verbunden zu bleiben, sind Stadt- und Menschenbild geprägt. Ohne zwingenden Grund wird nichts einfach beseitigt. Wenn sich aber bessere Lösungen bieten, wird nicht gezögert, alte Zöpfe abzuschneiden.

Von diesem Pragmatismus sind Stadtgeschichte und Stadtbild über die Jahrhunderte geprägt worden. Auch die Entscheidung, fremde Menschen, die sich aus religiösen oder wirtschaftlichen Gründen in Fürth niederlassen wollten, aufzunehmen und deren Flexibilität und Fleiß zu nutzen, ist durch diesen Pragmatismus zu erklären. Fürth war Zuflucht all jener, die zwar in anderen Städten als Händler geduldet waren, sich aber dort nicht niederlassen durften.

Der wirtschaftliche Erfolg der Stadt und die mit dem starken Bevölkerungszustrom verbundenen großen Stadterweiterungen wären ohne die Tatkraft vieler Unternehmerpersönlichkeiten, oft jüdischer Herkunft, nicht denkbar gewesen. Unzählige herausragende Einzelbauten wie das Rathaus, das Stadttheater oder das Berolzheimerianum, eine privat gestiftete Bibliothek für die Arbeiterschaft, sind bis heute stadtbildprägende aber auch identitätsstiftende Beispiele einer im besten Sinne "bürgerlichen" Stadtgemeinschaft.

Der Kohlenmarkt mit Prinzregentenhof und U-Bahn Plaudern beim Bepflanzen der Baumscheiben Alter Balkon mit kunstvoll verzierten Rundbögen um  die Fenster Baumpflanzaktion
 
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